São Miguel’s heisse Quellen: Schwimmen in vulkanisch geheiztem Wasser.

Als vulkanische Insel hat São Miguel einige Thermalquellen zu bieten, in die du eintauchen kannst um deine müden Glieder zu verwöhnen. Hier sind unsere Tipps welche du besuchen solltest und wann. 

Wie die meisten anderen auch sind São Miguel’s heisse Quellen eine Begleiterscheinung von Vulkanismus. Um zu verstehen, wieso und wo sie auftauchen musst du deshalb ein klein wenig über die Vulkane auf der Insel wissen. Auf São Miguel gibt es drei vulkanische Komplexe, die alle aktiv sind. Jeder davon hat seinen eigenen Stratovulkan mit einer Caldera auf dem Gipfel. Der Vulkan „Fogo“ in der Mitte der Insel scheint der aktivste davon zu sein, der letzte Ausbruch datiert auf 1563, als das heutige Ribeira Seca im Norden von einem Lavastrom begraben wurde. Die Caldera in Furnas ist der zweite Komplex und der dritte ist in Sete Cidades. Mit drei grossen Vulkanen auf einer so kleinen Insel ist es eigentlich kein Wunder, dass die Hitze noch ziemlich nahe an der Oberfläche ist.

Heisse Quellen am Fogo-Vulkan.

Termas das Caldeiras

São Miguel hot springsMitten im alten Städtchen Caldeiras (was wortwörtlich „Kochtopf“ heisst) befinden sich die Termas das Caldeiras. Die kleinste Therme auf der Insel hat einen Aussenpool und zwei kleine Pools in den beiden Massageräumen. In diese darfst du zum Beispiel, wenn du eine Massage mit Vulkanschlamm buchst, was ich wärmstens empfehlen kann. Es empfiehlt sich, früh da zu sein, wir hatten um 13 Uhr noch die ganze Anlage für uns. Als wir nach der Massage nochmals draussen nachschauten war der Pool schon ziemlich voll.

Alles in Allem hatten wir hier den entspannendsten und angenehmsten Aufenthalt von allen Thermen der Insel. Die Termas das Cladeiras scheinen noch etwas weniger bekannt zu sein als die üblichen Verdächtigen.

Caldeira Velha

São Miguel hot springsDie Caldeira Velha ist auf der selben Flanke des Vulkans, einfach etwas näher am Krater. Eigentlich ist es ein grosser Park, der von hunderten Touristen täglich besucht wird. Davon gönnen sich aber nur die wenigsten ein Bad im heissen Pool, und es ist lustig im 42° warmen Wasser zu sitzen und ihnen dabei zu zuschauen, wie sie durch den Park geschleust werden. 
Von den zwei Pools ist der grössere etwas kälter und wird von einem netten, kleinen Wasserfall gespeist. Der kleinere Pool ist nicht gerade tief und auch nicht gross, dafür sehr warm. Selbst bei Regen und Kälte lässt es sich hier ganz gut eine Weile aushalten. Die gesamte Anlage ist mitten im Dschungel und darum eigentlich Pflichtprogram während deinem Besuch. Weil hier viele Touristen durchgeschleust werden empfehlen wir, vor den Touristenbussen oder auf den Abend hinzugehen. Unbedingt vorher die Öffnungszeiten checken.

The turbine pool

São Miguel hot springs
Das Sammelbecken des Wasserkraftwerks. jessieonajourney.com

Das ist kein offizielles Thermalbad, hier wird das Wasser für das Kraftwerk unterhalb des „Salto do Cabrito“ gesammelt wird, bevor es durch das Druckrohr herunter schiesst. Dreimal darfst du raten, das Wasser ist hier ziemlich heiss und es hat ein kleines Becken, in dem man durchaus schwimmen könnte. Falls du also abenteuerlustig genug bist, steht einem epischen Badeerlebnis nichts mehr im Wege. Aber Vorsicht: das machst du auf deine eigene Verantwortung, wir haben dir das nicht erzählt! Falls du eher auf gemütliche Spaziergänge stehst, kannst du einfach den Druckrohren folgen. Sie werden dich zu einem kleinen Wasserfall namens „Salto do Cabrito“ führen. 

Heisse Quellen rund um Furnas.

Furnas wurde um das Ende des 18. Jahrhunderts beliebt wegen seinem stark mineralisierten Wasser, das bekannt war für die Behandlung verschiedener Gesundheitsprobleme. In Furnas gibt es hunderte kleiner Quellen und Flüsschen, die ganz unterschiedliche Mineralienkonzentrationen aufweisen.

Terra Nostra Gardens

São Miguel hot springs
Der grosse Pool fotografiert von Christer Johansson, gefunden auf commons.wikimedia.org

Der Terra Nostra Park ist so gross, dass man gar nicht bemerkt dass man in einem Park ist wenn man durch ihn spaziert. Es ist ein grosser Wald und es gibt sogar einen See mit Koi’s und einer Höhle in der Mitte. Die Terra Nostra Gardens haben eine lange Geschichte: Um 1775 baute der reiche Amerikaner namens Thomas Hickling, Händler und Honorarkonsul in São Miguel ein simples Holzhaus und den Thermalpool mit der Insel in der Mitte. Darum herum hat er Bäume gepflanzt, die er hauptsächlich von den USA importierte. Im 19. Jahrhundert wurde der Park verkauft und stark erweitert. Durch einen Besuch des Portugiesischen Königs Carlos 1901 erlangte der Park dann grosse Bekanntheit auch über die Azoren hinaus.

Der Park ist wunderschön und der grosse Pool lädt zum schwimmen ein. Die beiden kleineren Pool, die etwas im Wald versteckt sind, sind eher zum relaxen gedacht. Die Temperatur ist perfekt zum Relaxen und man könnte stundenlang im Wasser sein. Falls du nach dem Bad zu relaxt bist steht gleich neben dem Park das gleichnamige Hotel.

Poça da Dona Beija

São Miguel hot springsDie Poça da Dona Beija bestehen aus fünf Becken mit verschiedenen Attraktionen wie Wasserfällen, einer Wasserwand oder Bänken, auf denen man sich setzen kann. Wie die meisten heissen Quellen liegt sie mitten in Urwald-mässiger Pflanzenwelt, die dir hilft noch besser abzuschalten und die Zeit im warmen Wasser zu geniessen. Während der Hauptreisezeit wird’s hier ziemlich schnell voll, weshalb die Morgenstunden am besten sind.

Furnas Boutique Hotel

São Miguel hot springsWir waren selber noch drin, haben aber nur Gutes darüber gehört. Wenn du also die Zeit und das Geld dafür hast, solltest du eine Nacht oder zwei im Furnas Boutique Hotel verbringen. Ein hochgelobtes Restaurant und verschiedene Spa-Anwendungen werden dich dafür entschädigen.

 

The Ferraria hot spring.

São Miguel hot springsDer vulkanische Komplex von Sete Cidades hat nur eine heisse Quelle unterhalb des kleinen Dörfchens Ferraria. Das macht sie aber nicht weniger speziell. Die Hauptattraktion ist ein natürlicher Pool im Meer, der von den Lavafelsen aufgewärmt wird. Am besten gehst du während der Ebbe, wenn sich wenig Wasser bewegt und es sich stärker erwärmt. Die Eruption, welche die Landschaft hier geformt hat, ist noch nicht sehr lange her und so fühlt man sich fast wie in Hawai’i wo die Vulkane noch immer Lava spucken. 

Gleich nebenan steht ein Spa wo du ein Bad im heissen Pool machen oder dich massieren lassen kannst. Für den kleinen oder grossen Hunger hat’s da auch ein nettes Restaurant.

Mit so viel vulkanischer Aktivität überall auf der Insel besteht durchaus die Chance, dass du irgendwo im Wald auf eine heisse Quelle stösst, die noch nicht genutzt wird. Besonders auf den Flanken des Vulkans Fogo gibt es noch viele unbebaute und unentdeckte Gebiete, ich wette, da gibt’s noch einige heisse Quellen.

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